Working Mum und trotzdem für alle Kindertermine zuständig?
15. November 2017

Working Mum und trotzdem für alle Kindertermine zuständig

In letzter Zeit sehe und höre ich immer wieder Berichte, bei denen es darum geht, dass alle Kindertermine immer bei den Mamas hängen bleiben, obwohl auch diese, gleich wie die Väter, berufstätig sind.
Oft ist das dann eher ein Gejammer der Mama, der Working Mum,

„Immer bleiben die Kindertermine an mir hängen.“

oder

„Obwohl ich arbeiten geh, fahr ich nachmittags noch die Kinder zum Fußball/Turnen/Reiten/Basteln.“

Lebe ich mit meiner Familie so weltfremd? Machen wir etwas „falsch“?

Warum schaffen es die Männer, dieser Mütter nicht, dass sie auch am Nachmittag die Kinder durch die Gegend fahren bzw. Arzttermine oder ähnliches wahrnehmen?

Mir fällt es natürlich auch in unserer näheren Umgebung auf, dass (fast) nur Mütter bei den Nachmittagsaktivitäten anzutreffen sind.
Genauso wie beim Kinderarzt.
Und beim Spielplatz (unter der Woche).

Ich habe damit ja auch überhaupt kein Problem, wenn die Mütter damit auch keins haben. Aber sobald gemeckert oder gejammert wird, wenn die Situation nicht passt, dann sollte man doch was ändern.

Mütter, die nicht alleinerziehend sind, müssen ihre Männer einfach mehr in die Pflicht nehmen.

Warum kommen oft die Männer nach Hause und setzten sich hin und lesen Zeitung (jaja, etwas überspitzt, aber genau so haben wir es im Freundeskreis), während die Frau, eine Working Mum, die Kinder von A nach B fährt, kocht, putzt und die Impftermine koordiniert?

Obwohl ich noch immer in Elternzeit bin und somit hauptsächlich zu Hause, übernimmt der Mann einen großen Teil der Kinderaktivitäten/ Arzt- oder Spielplatzbesuche. Einfach weil er gerne Anteil haben möchte.
Die Räubertochter geht, seit dieser Woche, zum Vereinstraining ans Ende der Stadt. 1,5h in einer Turnhalle warten, heißt es ab jetzt jeden Montag. Und ich würde das gerne übernehmen (1,5h Zeitung lesen und der Großen beim Fechten zuschauen), aber nein, der Mann möchte auch hin. Er will genauso zuschauen und ihre Freude am neuen Sport nicht nur auf Videos und Fotos sehen.
Er schaukelt gerne mit den Kindern auf dem Spielplatz, schnitzt tolle Sachen im Wald oder fährt sie zu Freunden – und das alles nicht nur am Wochenende. Und ja, das alles auch nach einem langen und anstrengendem Tag im Büro.

Und ja, es gibt auch Väter, die aufgrund der Arbeitszeiten, erst sehr spät nach Hause kommen. Aber es ist, meiner Meinung nach, auch immer eine Frage des Wollens.
Wenn ich etwas will, kann ich es mir (meistens) auch einrichten.
Mütter müssen es sich ja sonst auch so einrichten, oder?

Väter, die direkt neben dem Kindergarten arbeiten, aber es kein einzigstes Mal schaffen, das Kind hinzubringen oder abzuholen und dazu dann die Frauen, die sich genau über diesen Zustand beschweren.
Warum?
Nehmt eure Männer in die Pflicht!
Ihr habt die Kinder gemeinsam, auch die Väter müssen ihren Teil beitragen und sich nicht nur die „Rosinen rausrücken“.

Faszinierend ist auch, dass sie meistens nicht die Mütter beschweren, bei denen es einfach nicht anders geht, sondern die, die genau wissen, dass die Männer mehr machen könnten.

Liebe Mütter: Redet mit euren Männern! Sie werden es nicht riechen, dass euch der Ist-Zustand nicht so wirklich gefällt.

Su

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  • Fräulein Snöflinga

    Ehrlich gesagt macht mich dieser Artikel sehr sehr wütend.
    Und nicht weil mein Mann nicht helfen will, sondern weil er nicht kann. Und weil du unterstellst das alles geht wenn man nur will. Das stimmt aber eben nicht immer. Wir sind zum Beispiel darauf angewiesen beide zu arbeiten. Beide Vollzeit geht nicht. Und weil mein Mann in der freien Wirtschaft mehr verdient als ich im öffentlichen Dienst, ist klar das er Vollzeit geht. Er arbeitet in einer kleinen Firma und da ist eben kein Wunschkonzert. Da gibts kein Gleitzeit oder flexible Arbeitszeiten. Er hat jetzt zwei Möglichkeiten: Entweder er schluckt es und wir arrangieren uns irgendwie damit oder er meutert. Tja, wenn er meutert ist er seinen Job los. Kündigungsschutz kann er vergessen, Betriebsrat gibts wegen zu wenig Mitarbeiter nicht. Ohne seinen Job können wir aber nicht überleben. Das was er an Arbeitslosengeld bekommen würde, würde gerade mal die Miete im Großraum München decken.
    Es ist nicht immer nur eine Frage des wollens, es ist auch oft einfach eine Frage der Voraussetzungen. Und dieses ganze Gerede von Vereinbarkeit kotzt mich sowieso an.
    Solange man einen „reinen Bürojob“ (nicht abwertend gemeint sondern einfach zur unterscheidung) hat, geht das meistens ganz gut. Aber alles was mit Öffnungszeiten und Publikumsverkehr zu tun hat, da wirds dann schwierig. Weil natürlich der Arbeitgeber nicht nur Leute haben will die von 8-16 Uhr arbeiten wollen/können. Die Kinderbetreuung gibt aber meistens nicht mehr her. Und wenn jetzt jemand kommt mit Hilfe holen: Ja kann ich machen, muss ich aber meistens bezahlen. Von Geld das ich nicht habe! Und nein, nicht jeder hat ein super funktionierendes soziales Netz. Großeltern sind immer häufiger selbst noch berufstätig. Freunde haben meist das gleiche Problem wie man selbst. Das leben mit mehreren Generationen in einem Ort wird vom Arbeitsmarkt zerstört. Es wird flexibilität und mobilität gefordert. Aber das hat eben auch Folgen.
    Es ist nicht immer so: Wenn man will dann geht es schon.
    Klar, irgendwie geht es schon. Aber auf wessen Kosten? Wie viele Mütter sind total fertig? Wie viele Väter sind total fertig?
    Weils halt irgendwie gehen muss.
    Es gibt nicht nur das eine oder das andere, es gibt so viel dazwischen….

    • Su

      Hey.
      Ich verstehe dich da total. Und natürlich habe ich den Text sehr zugespitzt geschrieben und auch provokant. Aber es sind bei mir im Umfeld eigentlich nie die Mütter, bei denen es, wie bei euch, nicht anders geht, die meckern. Es sind komischerweise immer die, bei denen es sehr wohl gehen würde. Mütter, bei denen der Mann nach Hause kommt und sich entspannt vor den TV setzt, während die Frau den Rest macht.
      Vereinbarkeit geht leider nicht immer. Das kenn ich auch sehr gut und habe auch nicht wirklich über Vereinbarkeit schreiben wollen. Das ist bei uns nochmal ein anderes Paar Schuhe.
      Aber Menschen, die Meckern und aber nicht einfach mal sagen, was sie direkt stört und was sie gerne hätten, damit es sich ändert – das nervt mich!
      Und dann gibt es ja noch die Väter, die auch jedes Wochenende „ihre Freizeit“ brauchen und auch da die Kinder nur zum Gute Nacht sagen kurz sehen, obwohl sie da nicht im Job sind. Und dann die Frauen dazu, die ihrem Mann nicht trauen zu sagen „so, jetzt hab ich auch mal frei und du die Kinder“.

      Es ist nicht das eine oder das andere, und es sind immer wieder Phasen, auch bei uns, wo einer mehr macht als der andere. Und manche machen auch gerne alles und wollen gar nicht das der andere was macht. Das entscheidet glücklicherweise jeder für sich.
      Aber man sollte den Mund aufmachen, wenn eine Situation nicht zufriedenstellend ist. Und dann kann man versuchen eine Lösung/Besserung/Kompromiss zu finden.

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