Masern Verdacht Babyhand
12. Februar 2017

Unser Masern – Schreck

Was machst du, wenn du Freitag Mittag auf einmal einen Anruf vom Kinderarzt bekommst?
Und etwa 30 min später einen Anruf vom Gesundheitsamt?

Aber fangen wir mal vorne an.
Unser Indianermädchen hatte seit Anfang letzter Woche heftigen Schnupfen. Dazu kam Husten und da wir derzeit im Freundeskreis mehrere Lungenentzündungen haben, sind wir am Dienstag zum Kinderarzt um die Lunge abhören zu lassen.
Unser Arzt ist nicht weit weg, also spazieren der Mann, mit dem Indianermädchen in der Trage, hin. Er sollte dort noch 30 min warten und ging daher einfach noch ne Runde draußen spazieren.
Soweit so gut, das Baby hatte nur Schnupfen, die Lunge war frei und der Husten kam durch den abfließenden Schleim.

Wir haben dann die Woche damit verbracht den Schnupfen zu lösen – Engelwurzelbalsam, Kochsalzlösung, inhalieren und viel Trinken und Schlafen.

Plötzlich hatte ich am Freitag Mittag, der Mann und ich waren mittlerweile auch krank, eine Nachricht vom Kinderarzt auf der Mailbox.

„Sehr geehrte Frau Poldrack. Sie haben am Dienstag mit ihrer Tochter unsere Praxis besucht und zeitgleich hat sich ein Kind, welches Masern hat, darin aufgehalten. Da ihre Tochter noch keinen ausreichenden Schutz hat, möchte ich Sie bitten, sich umgehend mit der Kinderklinik in Verbindung zu setzen.“

Das ist ein Moment, wo einem erstmal das Herz stehen bleibt und tausend Gedanken durch den Kopf schießen.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir angesteckt wurden?
Was passiert, wenn das Baby Masern bekommt?
Und können wir noch irgendwas machen, damit wir keine Masern bekommen?

Während der Mann versuchte die zuständige Ärztin der Kinderklinik ans Telefon zu bekommen, bekam ich einen Anruf vom Gesundheitsamt.
Mir wurde erklärt, dass ein Baby mit fast 4 Monaten definitiv zu jung für eine Impfung sei. Ob wir denn geimpft sind?
Alle Impfpässe rausgesucht und sowohl der Mann, als auch ich sind geimpft. Ich wurde kurz darüber aufgeklärt, wie eine Masernerkrankung verläuft und das wir, wenn das Indianermädchen irgendwelche Symptome zeigt, an Masern denken sollen. Ansonsten können wir nur abwarten und hoffen. Aber die Klinik würde uns noch genauer informieren.

Als wir dann endlich die Ärztin am Telefon hatten, sie hat zuvor mit anderen besorgten Eltern telefoniert, teilte man uns mit, dass sie noch auf die Ergebnisse der Blutuntersuchung warten und wir uns danach einen „Schlachtplan“ überlegen. Die Wahrscheinlichkeit stand ca. 95% für Masern.
Dann hieß es abwarten…und wieder gingen mir tausend Gedanken durch den Kopf.

Warum lassen manche ihr Kind nicht gegen Masern impfen?

Wir hatten schonmal das Masern-Problem.
Da konnte der Fuchsjunge lange nicht geimpft werden und in meiner Heimat war gerade eine Masernwelle. Da meine Nichte (bewusst) nicht geimpft ist, hätten wir uns dann gegen den Heimatbesuch entschieden, aus Angst vor einer Ansteckung.

Doch zurück zum Indianermädchen.

21 Uhr durften wir wieder in der Klinik anrufen und dann die Worte: „Der Bluttest beim Indexkind verlief negativ. Eine definitive Aussage können wir morgen gegen 13 Uhr treffen.“
Eine kleine Erleichterung mache sich breit, dennoch hieß es noch ein paar Stunden bangen.
Am Samstag gegen 12 Uhr dann der Anruf aus der Klinik: “Keine Masern.“

Mir viel ein riesiger Stein vom Herzen.

Und durch diese Stunden des Wartens und Bangens bin ich sehr überzeugt wurden, dass (gewisse) Impfungen einfach sein müssen.
Auch wenn ich Angst vor manchen Nebenwirkungen habe und nicht alle Impfungen für notwendig betrachte, gibt es Impfungen, die auch für die Gemeinschaft extrem wichtig sind, um Menschen, die nicht geimpft werden können, zu schützen.

Sind eure Kinder geimpft?
Wenn nicht, warum lasst ihr sie nicht impfen?

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